„oh, Tannenbaum…“

Oh-Tannenbaum

Oh, Tannenbaum…

Es waren die Vorbereitungen auf das letzte Weihnachtsfest, welches ich in diesem Jahr alleine mit meinen zwei Töchtern auf dem Dorf, in dem wir die vergangenenen 13 Jahre als „Vorzeige“ – Familie in unserem Haus gelebt hatten, verbringen würde.

Mein Leben hatte sich im letzten Jahr auf den Kopf gestellt und ich war dabei,  einen Riesenschritt ins Unbekannte zu machen.

Und so kam es, dass ich mich in der Woche vor dem Fest zum allerersten Mal selbst um einen Weihnachtsbaum kümmern musste. Denn das ließ ich mir nicht nehmen: es sollten für uns drei noch einmal ganz besonders liebevoll gestaltete Feiertage werden –  und dazu gab ich mein Bestes.

Ich nutzte die Gelegenheit, und mich – ganz bequem – im Dorf beim Sägewerk nach einem passenden Bäumchen umzusehen. Der Besitzer des Sägewerks war zugleich Waldbesitzer und bot jedes Jahr Christbäume zum Verkauf an.

Um mir sicher zu sein, dass ich den Baum auch ohne Hilfe aufstellen konnte, entschied ich mich für eine etwas kleinere Variante als sonst üblich. Der Verkäufer packte  ein Netz drumherum und schon landete er im Kofferraum meines  Kleinwagens, der sich schon des öfteren als Raumwunder bewiesen hatte.

Zu Hause angekommen brachte ich ihn als erstes in der Garage unter, denn dort war es kühl und ausserdem würden ihn die Mädels nicht gleich entdecken.

Am Abend des 23. Dezember war es dann soweit: Das Haus war dekoriert, die Kekse gebacken und alles für das Fest vorbereitet. Nun konnte ich also in aller Ruhe den Baum nach oben holen um ihn zu schmücken.

Doch was war DAS denn? Ich traute meinen Augen nicht! Dem Baum fehlte die Spitze! Aufgeregt blickte ich mich um – das konnte doch nicht sein! Ich hatte doch den Baum angesehen  – als ich ihn kaufte war er PERFEKT!

„Oh mein Gott“, dachte ich – „und was nun“ ?  Ich wollte das einfach nicht wahrhaben. Als ich  mir den Baum dann jedoch etwas genauer ansah, konnte ich sehen, dass an der obersten Stelle, da, wo eigentlich die Spitze sein sollte,    künstlich eingegriffen worden war.  Mein Blick schweifte auf dem Boden umher und da: tatsächlich – unter dem Schrank spitzten ein paar Tannennadeln hervor. Da lag – ich konnte es kaum fassen – die oberste Spitze, die dem Baum fehlte.

„Was für eine Unverschämtheit! Was für ein Betrug. So ein Schurke!“ entfuhr es mir.  Ich lamentierte noch  empört vor mich hin, während ich die Spitze nahm und am Baum an die Stelle hielt, wo sie eigentlich sitzen sollte. Tatsächlich war sie mit einem kleinen Nagel befestigt gewesen, der sich dann gelöst hatte.

Nun, zum Glück konnte ich das Ganze so kaschieren, dass es nicht ins Auge fiel, und wir hatten auch dieses Jahr einen wunderschönen Weihnachtsbaum mit einem ganz großen Stern an der Spitze.

Seit diesem Erlebnis prüfe ich jedes Jahr ganz genau, ob auch alle Äste fest sitzen und auch an der Baumspitze keine chirurgischen Eingriffe gemacht wurden. Hallelujah!

Alle Beiträge

Newsletter

* Pflichtfelder

Danke für deinen Besuch

  • 66166Seitenaufrufe gesamt:
  • 34289Besucher gesamt:

Die neusten Feedbacks